November 29, 2025

Psychokardiologie

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Psychische Risikofaktoren und ihre Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System

Psychischer RisikofaktorPathophysiologischer MechanismusKlinische Auswirkungen auf das HerzTherapeutische / Präventive Maßnahmen
Chronischer StressAktivierung der HPA-Achse → ↑ Cortisol, ↑ Katecholamine → SympathikusüberaktivierungBluthochdruck, Tachykardie, endotheliale Dysfunktion, Förderung der AtheroskleroseStressmanagement, Achtsamkeit (MBSR), Entspannungstraining, geregelte Arbeitszeiten, psychosoziale Beratung
DepressionVerminderte Herzfrequenzvariabilität, Entzündungsaktivierung (↑ CRP, ↑ IL-6), erhöhte ThrombozytenaktivitätErhöhtes Risiko für Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, plötzlichen HerztodKognitive Verhaltenstherapie (KVT), Antidepressiva (SSRIs), körperliche Aktivität, soziale Einbindung
Angststörungen / PanikstörungErhöhter Sympathikustonus, Hyperventilation, kardiale SensibilisierungPalpitationen, Brustschmerz, Tachykardie, Blutdruckanstieg, RhythmusstörungenPsychoedukation, Atemtherapie, Expositionstraining, ggf. medikamentöse Behandlung (SSRI, Betablocker)
Feindseligkeit, Typ-A-Verhalten, AggressionDauerhafte Stresshormonfreisetzung, ↑ Blutdruck, ↑ HerzfrequenzErhöhtes KHK-Risiko, Hypertonie, ReinfarktneigungVerhaltenstherapie, Konfliktbewältigung, Empathie-Training, Entspannungsmethoden
Soziale Isolation / EinsamkeitReduzierte parasympathische Aktivität, ↑ Entzündungsmarker, ↑ CortisolspiegelBluthochdruck, Arrhythmien, Herzinsuffizienz, verminderte ÜberlebensrateSoziale Integration fördern, Gruppenangebote, Herzgruppen, ehrenamtliche Tätigkeiten, psychologische Unterstützung
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)Dysregulation des autonomen Nervensystems, dauerhafte Hyperarousal-ZuständeErhöhtes Risiko für KHK, Arrhythmien, plötzlichen HerztodTraumatherapie (EMDR, KVT), Stabilisierung, Entspannungsübungen, ggf. Pharmakotherapie
Burnout / emotionale ErschöpfungErschöpfung der Stressachse, vegetative Dysbalance, Cortisolmangel im SpätstadiumHerzrhythmusstörungen, Blutdruckinstabilität, Müdigkeit, HerzangstPsychotherapie, Arbeitsstrukturierung, Pausenmanagement, Bewegung, psychosoziale Unterstützung
**Angst vor körperlicher Belastung nach Herzereignis („Herzangst“) **Vermeidungshaltung → Bewegungsmangel, vegetative FehlregulationReduzierte Belastbarkeit, Konditionsverlust, depressive VerstimmungHerzgruppen, psychokardiologische Rehabilitation, Bewegung unter Aufsicht, Psychoedukation
Schlafstörungen / InsomnieErhöhter Sympathikustonus, nächtlicher Blutdruckanstieg, InsulinresistenzHypertonie, Arrhythmien, metabolisches SyndromSchlafhygiene, Entspannungstechniken, ggf. Verhaltenstherapie, medikamentenfreie Schlafregulation

🔍 Zusatzhinweis: Geschlechtsspezifische Aspekte

  • Frauen zeigen häufiger stress- und emotionsbedingte kardiale Reaktionen (z. B. „Broken-Heart-Syndrom“ / Takotsubo-Kardiomyopathie).
  • Männer reagieren häufiger mit Hypertonie und koronaren Plaquerupturen auf chronischen Stress.
  • Psychosoziale Belastung ist bei Frauen der bedeutendste nicht-biologische Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse.

Fazit

Psychische Belastungen sind ebenso kardiotoxisch wie Rauchen oder Bluthochdruck.
Die psychokardiologische Betreuung sollte daher integraler Bestandteil jeder kardiovaskulären Prävention und Rehabilitation sein.
Ein interdisziplinärer Ansatz – Kardiologie, Psychologie, Physiotherapie und Sozialmedizin – verbessert sowohl die Lebensqualität als auch die Prognose erheblich.

erstellt mit KI

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