November 29, 2025

Das Herzzentrum Saar

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Tempora mutantur und nos mutamur in illis.
Die Zeiten ändern sich; und wir mit ihnen. Was bedeutet das?

Die saarländische Krankenhauslandschaft ist aktuell in einem bei weitem noch nicht abgeschlossenen Reformprozess mit der Gefahr von Krankenhausschließungen und Umstrukturierungen befasst. Auch die SHG, immerhin zweitgrößter Arbeitgeber im Saarland, ist davon nicht ausgenommen. Die Erlöslage ist prekär und einige Krankenhäuser des Konzerns haben dies „am eigenen Leibe“ erfahren müssen. SHG-Merzig z.B. stand vor der Schließung und nur durch rigorose Spareingriffe unter einem „Fremdsanierer“, einem gewissen Professor Adolph, konnte diese Schließung abgewendet werden. Prof. Adolph wurde nach Völklingen versetzt, denn dort war ebenfalls eine deutliche finanzielle Schieflage evident. Diese zwei unterschiedlichen und sehr widersprüchlichen Aspekte – Schuldenlast und Reformzwang – kamen im Herzzentrum plötzlich zusammen. Mn erinnere sich: das Herzentrum war immer in der Vergangenheit der Geldgeber für die anderen Kliniken im Hause und auch anderswo, denn es schrieb verlässlich schwarze Zahlen. Und es stand zu erwarten, dass sich die Zentrumsbedingungen durch die Lauterbachschen Krankenhausreformen mit Zuweisung von Hochleistungsgruppen etwa, positiv ändern würden. Es kam aber anders.

Der zur Zeit zu beobachtende Nachrichtensturm in der Saarbrücker Zeitung, man kann fast von einem shitstorm sprechen, hat als Basis die weiterhin ungelöste finanzielle Situation zum Gegenstand. Das hochspezialisierte Personal, also Pflegepersonal, Assistenzärzte, Oberärzte, unterliegt erheblichen Unsicherheiten, und Kündigungen in offenbar hoher Zahle sind bereits ausgesprochen. Vielleicht liegt hier auch ein systematischer Prozess zugrunde, der ganz einfach lautet: Kosteneinsparungen durch Personalreduzierung, denn 75% der Kosten sind ja nun mal Personalkosten. Es lassen sich die aus Sicht der Sanierer klaren wirtschaftlichen Probleme nur durch Personalreduzierung lösen (sic). Man geht dabei nicht mit der Brechstange, sondern mit dem Skalpell vor, gekonnter und psychologisch sehr viel intelligenter, und der Effekt stellt sich wie von selber ein.
Lass sie doch gehen, diese „kleinteiligen“ Querulanten, selbst wenn die Versorgungsqualität sinkt. Qualität interessiert den Herrn Sanierer nicht. Hat ihn nicht zu interessieren und hat ihn noch nie interessiert. Inzwischen ist Herr Sanierer Adolph auf der Karriereleiter nach oben gewandert und ist Geschäftsführer der SHG in Saarbrücken.

Die Konsequenzen sind klar: Das berühmte Herzzentrum Saar bleibt vielleicht auf der Strecke. Das ist politisch möglicherweise gewollt und alle Zeichen weisen in diese Richtung. Auch der Gesundheitsminister, Herr Jung, blieb immer vage und vieldeutig und hat sich bis heite nicht vollumfänglich zum Weiterbestehen des Herzzentrum bekannt..
Herzkatheter, Stent, TAVI, Rhythmologie, das machen ja auch die anderen kardiologischen „Zentren“, vielleicht nicht mit solch überragender Qualität, aber immerhin…
Die HT nun kann weiter existieren, denn sie wird auch von. den anderen „beliefert“. Wenn sie dann noch die Thoraxchirurgie zum onkologischen Schwerpunkt (Zentrum?) erklärt, wäre die Existenz dieser Klinik vielleicht zukunftsfähig und gesichert. Dass Herzkreilaufkrankheiten gerade in Saarland immer noch zu den häufigsten Erkrankungen mit hoher Mortalität und Morbidität gehören. das interessiert hier niemanden mehr.

Schlechte Zeiten?
Wie man’s nimmt. Für Herrn Adolph und Frau Lehberger, wenn deren Rechnungen aufgehen, kommen sicher „goldene“ Zeiten…