Oktober 15, 2026

Aktuell im Oktober 2026

Unser neuer Vorsitzender im Förderverein, Dr. Isringhaus, hat eine Presseerklärung für die SZ verfasst, die er der Redaktion heute übersandt hat. Darin nimmt er auf den gerade erschienen Herzbericht Update 2026 Bezug, der über eine deutliche Zunahme der Herzkrankheiten, der Hospitalisierungsraten und der KHK-Todesursachen bei Älteren berichtet. Zwar zeigen die Herzkrankheiten insgesamt eine abnehmende Tendenz, die auch schon im vorherigen Update des Herzberichts dargestellt wurde, doch ist die Zunahme bei Älteren in diesem Umfang neu.

Dr. Isringhaus nimmt das zum Anlass, diese Daten auf des älter werdende Saarland zu beziehen, das eine Hochleistungs-Kardiologie in Zentren wie das Herzzentrum Saar, benötigt. Das ist sicher notwendig und auch soweit eine klare Aussage.

Doch verständlicherweise ist dabei impliziert, dass dieses Zentrum sich nur als solches definieren (und funktionieren) kann, weil es eine Herzchirurgie, zusammen mit der (derzeit hochaktuellen) Thoraxchirurgie betreibt (HT= Herz- und Thoraxchirurgie).

Die aktuellen Zahlen der Herzchirurgie liegen dem Chronisten nicht vor, doch ist anzunehmen, dass die operativen Zahlen wegen der invasiven Therapie der Kardiologen nicht zugenommen, sondern die HT sich dagegen auf Hochrisiko-Patienten konzentriert hat. Die HT ist ein Alleinstellungsmerkmal des Herzzentrums, das sich seit der Einrichtung als nicht-universitäre Klinik 1991 vor 34 Jahren den herzchirurgischen Anspruch nur mit dem UKS teilen muss.

Dagegen sind kardiologische Aktivitäten im Saarland auf mehrere Spezialabteilungen verteilt: UKS, Saarlouis, Sulzbach, das Winterbergklinikum, die Klinik Rastpfuhl, Herzzentrum Saar. Das bedeutet, dass diese Kliniken auch in Konkurrenz miteinander stehen, denn die Krankenhausreform bedeutet ja auch, dass der Bedarf an diesen Spezialkliniken begrenzt sein soll. Dieser Bedarf ist aber nirgendwo definiert, doch gehen sechs Spezialabteilungen gleicher Art trotz der saarländischen KHK-Krankheitslast an diesem unbekannten Bedarf vorbei.
Leider ist der Träger , die SHG, nicht bereit oder nicht in der Lage, solche „Bedarfe“ zu bestimmen oder zu reflektieren. Es gibt keine Zukunftsvision bezogen auf das Herzzentrum, und der Gesundeitsminister hält sich – auch verständlich – bedeckt.

Daher ist das Fazit dieser Überlegungen: Selbst wenn der Herzbericht gute Gründe liefert, ein Herzentrum unserer Art zu halten und weiterzuentwickeln, ist die (gewollte?) Konkurrenz dieser Spezialkiniken keine Garantie für die notwendige Weiterentwicklung.
Das HZS schwimmt weiter in schwierigem Fahrwasser und – stürmische Zeiten, die kommen noch…