Historische Alltagsszenen
Blick auf Völklingen Bismarckstr
Diese Straße war damals eine Art Einkaufsmeile, und man blickt auf das Eisenwerk. Im Vordergrund die Eligiuskirche. Völklingen besass damals sogar eine Straßenbahn.

Das Hüttenkrankenhaus
Eine Reise durch den Alltag der damaligen Welten.
Hier sieht man den ersten Krankenhausbau aus dem Jahre 1899. Er wurde erstellt auf Anordnung der Leitung des Eisenwerks Röchling.

Das Völklinger Eisenwerk; die "Hütte"
Diese wurde 1881 als stillgelegte Verhüttungsanlage von Carl Röchling gekauft und modernisiert. 1910 waren 5500 Arbeiter beschäftigt. Das Bild stammt aus 1930.

Zweiter Neubau 1908
Der Neubau von 1908: die Kapazität des Hauses von 1899 erwies sich als erschöpft, sodass ein neues Haus geplant und gebaut wurde. Dies ging mit 100 Betten 1908 in Betrieb.

Der Komplex
Hier erkennt man den großzügigen Innenbereich des gesamten Komplexes mit dem Haus von 1908 li. und dem Primärhaus von 1899 im Hintergrund.

Die Krankenhausleitung etwa 1938
Diese 14 Personen leiteten das Krankenhaus - es waren u.a. die Zehlendorfer Schwestern der Berliner Diakonie sowie der Kassenarzt (hinten; 1. v.l.) Dr. Hermann Zillessen mit Mitarbeitern. Vier der männlichen Mitarbeiter tragen das NS-Parteiabzeiche. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie die Berliner Diakonie das neue Krankenhaus pflegerisch versorgte.
Die Einstellung der Berliner Diakonie-Schwestern
Die Initiative, die Diakonissen des Berliner Vereins an die Saar zu holen, ging direkt von der Betriebskrankenkasse der Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke und der Unternehmerfamilie Röchling aus. Maßgeblich verantwortlich für die Weichenstellungen rund um den Bau und die Organisation des Hüttenkrankenhauses im Jahr 1899 war der damalige Firmenchef Carl Röchling.
Carl Röchling verfolgte das Prinzip des patriarchalischen Großunternehmers. Einerseits ging es ihm um soziale Fürsorge für seine Belegschaft, andererseits wollte er durch eine hervorragende medizinische Versorgung die Arbeitskraft sichern und soziale Konflikte oder Streiks in der Belegschaft eindämmen.
Für das hochmoderne, neu errichtete Hüttenkrankenhaus suchte die Kassenverwaltung nach hochqualifiziertem und diszipliniertem Pflegepersonal. Da der damals noch junge Evangelische Diakonieverein (der spätere Berliner Verein) im gesamten Deutschen Reich für seine erstklassige, professionelle und moderne Krankenpflegeausbildung bekannt war, schloss die Betriebskrankenkasse der Röchlings einen Gestellungsvertrag mit dem Verein.
Der Verein entsandte daraufhin eine Gruppe von Diakonieschwestern nach Völklingen. Diese wurden einer eigens eingesetzten Oberin unterstellt, die die pflegerische Leitung des Krankenhauses übernahm und direkt mit dem von Röchling eingesetzten Kassenarzt zusammenarbeitete.
Ein Besuch
Anläßlich der Einweihung des Hauses erschien "hoher" Besuch; hier bei seiner Verabschiedung mit Polizeischutz , Kraftwagen und Bergmannskapelle

Ein Krankensaal damals
Damals war es nicht unüblich, die Patienten in größeren Einheiten, hier etwa 30 Betten, zusammenzufassen. Die Patienten haben das zu dieser Zeit ohne Murren ertragen. Heute gäbe es einen Aufschrei...

Der Operationssaal im Haus 1899
Dieser OP war minimal ausgestattet, jedoch modern mit großen Fenstern versehen. Denn heller Lichteinfall war notwendig, da die Beleuchtung nur aus einer Gaslampe an der decke bestand.

Ein Zahnarzt bei der Arbeit
Zu den festen Einrichtungen am Hause gehörte auch eine Zahnarztpraxis, die offenbar notwendigerweise viel Anklang fand.

Die Küche von 1899
Diese Küche mit Gasbeleuchtung wurde fast wie in einem normalen Haushalt, nur im größerem Maßstab, genutzt

Die Küche von 1908
Diese Küche auch mit Gasbeleuchtung war dann die modernisierte und schon automatisierte Nachfolgerin im Neibau von 1908.
Die Waschküche
In der Waschküche arbeiteten die weiblichen Angestellten für einen ausreichenden Lohn, der nicht weit unter dem der Arbeiter lag.

Rehabilitationsraum
Der Raum war mit damals hochmodernen Geräten eingerichtet und hatte den Sinn, die möglichst rasche Eingliederung in den Arbeitsplatz zu forcieren

Rehabilitation als Wiedereingliederung
Rehabilitation um die Jahrhundertwende: Da das Hüttenkrankenhaus in erster Linie ein Unfallkrankenhaus war, bezog sich die Reha auch zunächst auf die Wiederherstellung der Gesundheit von Unfallpatienten.

















